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 Die Geschichte des Löschzuges Holthausen  
Kleine Heimatgeschichte

Holzreicher Landstrich wurde industriearme Gemeinde

Weit, sehr weit sogar geht die Geschichte der kleinen Gemeinde Holthausen zurück, die wohl die industrieärmste Gemeinde innerhalb des Amtsverbandes Blankenstein ist. Heute allerdings ist es auch mit dem einstigen unermeßlich scheinenden Vorrat an Holz nicht mehr so weit her und heute würde diese Gemeinde kaum noch einmal den gleichen Namen bekommen, wollte man ihn von einem prägnanten Punkt ableiten.

Der Blick in die Geschichte zeigt jedoch, daß die Holthauser Bauern und Siedler nicht nur großen Vorrat an Holz aufzuweisen hatten, sondern daß sie selbst auch aus einem guten Holz geschnitzt sein mußten. Als die Höfe der Bauern im jetzigen Welper nicht mehr genügend Lebensraum hatten, nahm man die Axt zur Hand und zog entschlossen südlich „int Holt“.

In gemeinsamer Arbeit wurde gerodet und mehr und mehr Platz zum Siedeln und Ackerbau gewonnen. So fielen die Eichen und Buchen von der Talmulde im Sünsbruch bis zum Wechtenbruch (heute Brüggershoff Besitzung) und es entstanden die ersten Blockhäuser und Höfe. Zeitlich gesehen muß das etwa im siebten Jahrhundert gewesen sein, denn nach Überlieferungen ist Holthausen als karolimgisches Reichsgut (784-804) nachgewiesen. Im Jahr 1054 schenkte Heinrich III den Reichshof in Holthausen der Abtei Werden an der Ruhr. Urkundlich wird die Siedlung Holthausen um 1150 in „Liber Valaris“ der Abtei Werden genannt. Mit der anliegenden Gemeinde Welper blieb Holthausen bis ins 18. Jahrhundert hinein eng verbunden und zwar in Form einer Marktgenossenschaft.

Als Mutter- und Tochtergemeinde hatte man gemeinsamen genossenschaftlichen Landbesitz. Auf gemeinsamen Thingstätten wurden die Geschicke der Gemeinden beraten. Die höchstgelegene davon war auf dem Höhenrücken des damaligen Röhrs Hof (heute Besitzung Bille). Ausgrabungen nach dem ersten Weltkrieg brachten hier die Überreste alter Gräber zu Tage. Der erste Weg, der heute nachgewiesen werden kann, kam von Welper, ging durch die Maßbeck über die Höfe Bille und Eickermann und lief bis nach Nierenhof. Auf diesem Weg wurde das damals als besonders kostbar empfundene Salz transportiert, woher auch der Name „Salzweg“ abgeleitet wurde. Da mit der Zeit die räumliche Ausdehnung in Holthausen noch nicht ausreichte, wurde weiter gerodet und zwar südlich zu den Bergen. Die Bodenbeschaffenheit an den neuen Stellen ließ jedoch sehr zu wünschen übrig, wodurch größere Höfe nicht tragbar waren. In dieser Zeit sind den auch die „Kotten“ entstanden. Allerdings konnten die Bewohner dieser Kleinsthöfe von Ihren Erträgen nicht leben. So entstand auf Grund wirtschaftlicher Notwendigkeit hier ein Handwerkerstand und außerdem waren es nicht wenige, die Kohle schürften und durch den Verkauf der schwarzen Diamanten ihr Leben fristeten. Es ist also kein Zufall, wenn heute die Gemeinde Holthausen der umliegenden Industrie einen ausgezeichneten Facharbeiterstamm stellt, was vor allem auch für den Bergbau gilt. Trotz eines reichen Kohlevorkommens entstand in dem früheren Holthausen keine große Zeche. Die Zeche „Blankenburg“ in Buchholz errichtete wohl einmal in Holthausen einen Schacht, der aber nur der Personaleinfahrt diente. Die evangelische Kirchengemeinde erwarb nach Stillegung der Zeche das Gebäude, welches der überwiegend protestantischen Bevölkerung als Gotteshaus dient.

Schließlich noch einige Einzelheiten, die von der Eigenart der Holthauser sprechen. Im Gegensatz zu Welper beispielsweise hat Holthausen auch heute noch einen stark bäuerlichen Charakter. Zwar wechselten an machen Höfen die Besitzer, aber den alten Holthausern sind die uralten Namen genau so geläufig wie die der neuen Besitzer. Bis zur Jahrhundertwende kannte man in Holthausen nur Straßen und Wege, die lediglich ländlichen Ansprüchen gerecht wurden. Erst später wurde die Kreisstraße gebaut - und zwar in einem Verlauf, wie es die hartköpfigen Holthauser es wünschten. Im übrigen scheint sich in Holthausen doch langsam der Weg zur Industriegemeinde anzubahnen, denn die Zeche „Aurora“ wächst und ebenfalls der Siedlungsbau.1939 wurde die Zeche Aurora gegründet, die bis 1965 Kohle förderte, sowie die Kohle mehrerer Kleinzechen aus Holthausen aufbereitete. Die Siedlung „Im Winkel“ und die Bebauung des Hofes Bille begann. Das Gewerbegebiet Ludwigstal I und später Ludwigstal II wurden erschlossen. 1978 eröffnete das Schulzentrum an der Lindstockstraße. Die größte Baumaßnahme in jüngster Zeit war die Rehaklinik in Holthausen. Die Einwohnerzahl in Holthausen betrug 1950 ca. 1500 und 1997 ca. 4660 Einwohner.

Holthausen bis zum Jahre 1886 zum Amt Hattingen-Land gehörend wurde dem Amt Blankenstein angegliedert. Zum Amt Blankenstein gehörten die Gemeinden Blankenstein, Welper, Holthausen, Buchholz und Sprockhövel. Ab dem Jahre 1970, nach der kommunalen Neuordnung wurde Holthausen und Teile von Buchholz wieder der Stadt Hattingen angegliedert

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 Sonntag, 05. September 2010