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Lebensretter in Feuerwehruniform

Was heißt „First Responder“?

„First Responder“ kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie „Erstversorger“. In anderen Gemeinden sind auch die Synonyme „Helfer vor Ort“ (HvO) oder „Sanitäter vor Ort“ (SanvO) geläufig. Mit diesem Begriff werden
Ersthelfer - Gruppen bezeichnet, die eine rettungsdienstliche Ausbildung absolviert haben und im Einsatzfall die Erste Hilfe bis zum Eintreffen eines Rettungs- oder Notarztwagens übernehmen.
Hiervon abzugrenzen ist der Begriff „Ersthelfer“! Ersthelfer ist jeder (sogar gesetzlich dazu verpflichtet!!!), der an einer Unfallstelle die ersten lebensrettenden Maßnahmen ergreift. Dies umfasst auch das Absetzen eines Notrufs bei der örtlichen Rettungsleitstelle. Meist handelt es sich aber um Laienhelfer, die im Rahmen der Führerschein - Ausbildung einen Kurs über lebensrettende Sofortmaßnahmen absolviert haben.


Welche Aufgaben haben die First Responder?

Im Kurs für lebensrettende Sofortmaßnahmen sollte jeder schon einmal etwas von der so genannten Rettungskette gehört haben:

 



Das Ineinandergreifen der einzelnen Maßnahmen bei der Hilfeleistung wird am Bild einer Kette beschrieben. Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Daher ist es besonders wichtig, dass die ersten 3 Glieder gut funktionieren. In diesen 3 Gliedern nämlich kann der Ersthelfer alleine oder mit mehreren Personen tätig werden und somit ein Optimum an Versorgung, entsprechend seiner Fähigkeiten, für den Patienten garantieren. Die First Responder greifen zwischen dem Punkt „Erste Hilfe“ und „Rettungsdienst“ ein und überbrücken das so genannte „Therapiefreie Intervall“, d.h. die Zeit, in der der Ersthelfer keine weiteren Maßnahmen durchführen kann bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
In dieser Zeit leisten die First Responder qualifizierte Erste Hilfe, erkunden die Lage und geben eine Rückmeldung an die Leistelle und die nachrückenden Rettungsmittel. Durch diese Rückmeldung kann sich die Besatzung des Rettungs- oder Notarztwagens  schon während der Anfahrt auf den Einsatz vorbereiten. Bei den ländlichen Gebieten Hattingens, wie hier in Niederwenigern oder in Elfringhausen, kann es auch nötig sein, dass die Mitglieder der First Responder Gruppe das nachrückende Rettungsmittel einweisen müssen.


Woher kommt das First Responder System?

Entstanden ist diese Einrichtung aus der Erkenntnis, dass der organisierte Rettungsdienst oft zu lange zum Einsatzort benötigt, um schwere gesundheitliche Schäden von den Notfallpatienten abzuwenden, allerdings die mangelnde Notfallhäufigkeit in diesem Gebiet die Einrichtung einer zusätzlichen Rettungswache nicht rechtfertigt.
Besonders in den USA mit ihren großen und vergleichsweise dünn besiedelten Flächenlandkreisen wurden die örtlichen Strukturen und die Verfügbarkeit von organisierten Kräften in Form von Freiwilliger Feuerwehr und Streifenwagen der Polizei bereits früh genutzt, um die ersten Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit sehr langen Anfahrtszeiten zu übernehmen.
Aus ähnlichen Gründen entstanden auch in Deutschland Vorläufer in der Anfangszeit des Rettungsdienstes moderner Prägung Anfang der 1970er Jahre: der Rettungsdienst war damals noch nicht in dem Maße ausgebaut wie heute - oft war die örtliche Freiwillige Feuerwehr lange alleine am Unfallort tätig und bat deshalb Mitglieder einer örtlichen Hilfsorganisation mit auszurücken. Die Alarmierung war oft sehr langwierig, da weder tragbare Funkmeldeempfänger noch ausreichend Telefone verfügbar waren. Mit der Verkürzung der rettungsdienstlichen Hilfsfristen wurde dieses Konzept dann bedeutungslos.
Erst Mitte der 1980er Jahre wurden zunehmend ehrenamtliche Einheiten des Katastrophenschutzes mit tragbaren Funkmeldeempfängern ausgerüstet. Es lag nahe, diese Möglichkeit auch wieder für eine schnelle Hilfe vor Ort einzusetzen.
Im Jahr 1986 unternahm das DRK Kreisverband Karlsruhe e.V. einen ersten Pilotversuch moderner Prägung in Deutschland, der in einer Fachzeitschrift ("Der Rettungssanitäter" [heute "Rettungsdienst"], Stumpf & Kossendey - Verlag, Edewecht) publiziert wurde. Das BRK Glonn begründete daraufhin im Jahr 1988 ebenfalls eines der ersten Teams in Deutschland und stellte die Idee und die Integration mit einer Schnelleinsatzgruppe auf einem Fachkongress vor. Ab Mitte der 1990er Jahre verbreitete sich diese Art der Hilfeleistung dann sehr weitflächig.
Gründe dafür sind:
· die Alarmierungsmittel waren mittlerweile geeignet und vorhanden (seit Anfang der 1990er: weitgehend Umstellung von Sirenenalarm auf Funkmeldeempfänger, Verfügbarkeit von Mobiltelefonen)
· die Idee wurde anerkannt, einige Pilotprojekte konnten gute Ergebnisse vorweisen
· die rechtlichen Gegebenheiten wurden nach kontroversen Diskussionen weitgehend geklärt (z. B. Versicherungsschutz, Fahrzeuggenehmigungen)
· die Feuerwehren (als größte Einsatzorganisation) erkannten die Gelegenheit, gerade für wenig beanspruchte Einheiten in abgelegenen Gebieten eine interessante Einsatzmöglichkeit für engagierte Helfer zu schaffen. Auch die Hilfsorganisationen entdeckten diese Einrichtung als motivierenden und nützlichen Dienst für ihre Ortsverbände.
Heute ist das System anerkannt.
(Quelle: de.wikipedia.org)


Ist das First Responder System erfolgreich?

Hierzu folgende Statistik:

Überlebensraten bei plötzlichem Herztod
Jahr Ort  OHNE First Responder MIT First Responder

1980

King County, USA

7%

26%

1984

Iowa, Land, USA

3%

19%

1989

Berlin, Innenstadt

14%

24%

1994

Mainz, Stadt

13%

38%


Quelle: Landesfeuerwehrverband Bayern (Homepage)

Es hat sich gezeigt, dass gerade beim plötzlichen Herztod, wo es um wenige Minuten geht, der Einsatz der First Responder die Überlebenschance der Patienten stark erhöht. Aber auch bei anderen Einsatzbildern (Verkehrsunfälle, Kindernotfälle, Atemnot,…) bedeutet der Einsatz der First Responder - Gruppe eine wesentliche Verbesserung der Erstversorgung.
Neben den durchgeführten Maßnahmen spielt hierbei aber auch die „psychische Erste Hilfe“ eine wesentliche Rolle. Die gefühlte schnelle Hilfe wirkt positiv auf die Folgemaßnahmen.


Wie oft rückt die First Responder Gruppe in Niederwenigern aus?

Die First Responder Gruppe in Niederwenigern wird im Durchschnitt zwischen 20 und 30 mal im Jahr alarmiert. Hinzu werden die First Responder bei Brandeinsätzen oder Technischen Hilfeleistungen des Löschzuges zur medizinischen Versorgung von Patienten und zur Betreuung von Betroffenen eingesetzt.


Wie sind die First Responder organisiert?

Zurzeit gibt es in Hattingen zwei First Responder Gruppen, Niederwenigern und Elfringhausen. Sie bestehen aus den ehrenamtlichen Mitgliedern der jeweiligen Löschzüge, die sich bereiterklärt haben, eine Ausbildung zum Rettungshelfer zu absolvieren.
Durch die vorhandene Infrastruktur der Feuerwehr (Alarmierungswege, Fahrzeuge,…) ist der schnelle Einsatz der Gruppen gewährleistet.
Im Einsatzfall fahren die alarmierten Kräfte mit ihrem PKW zum Gerätehaus und von dort mit einem Einsatzfahrzeug und medizinischem Equipment zum Patienten. Die Personalstärke beträgt in der Regel zwei bis vier Feuerwehrmänner.
Wie und wofür werden die First Responder alarmiert?

Die Alarmierung erfolgt über die Kreisleitstelle in Schwelm oder die Hauptfeuer- und Rettungswache in Hattingen. Hierbei werden die vorhandenen Funkmeldeempfänger  der Mitglieder der Feuerwehr genutzt. In der Durchsage erhält das Personal das Einsatzstichwort und die Einsatzstelle.
Die Alarmierung der First Responder Gruppen erfolgt,…
… wenn ein adäquates Rettungsmittel nicht rechtzeitig verfügbar ist, oder
… bei einigen bestimmten Einsatzmeldungen, wie zum Beispiel Verkehrsunfall.


Welchen Ausbildungsstand haben die Mitglieder der First Responder Gruppe?

Die First Responder erhalten eine Ausbildung zum Rettungshelfer. Diese Ausbildung besteht aus einer theoretisch/praktischen Komponente, in der Krankheitsbilder und Maßnahmen vermittelt werden. Hinzu kommen ein 80-stündiges Praktikum auf dem Rettungswagen und ein 80-stündiges Klinikpraktikum. Regelmäßig stattfindende Fortbildungen und realistische Einsatzübungen ergänzen diese Ausbildung. Zusätzlich stehen der First Responder Gruppe 2 Notärzte, die auch Fachberater Medizin der Feuerwehr Hattingen sind, zur Verfügung.

 

 

Unsere Einheit besteht zurzeit aus:
2 Notärzten
1 Rettungsassistenten
2 Rettungssanitätern und
7 Rettungshelfern

Über welche Ausrüstung verfügt die First Responder Gruppe Niederwenigern?

Die Ausrüstung besteht aus einem Notarztkoffer mit diversen Notfallmedikamenten, einem umfassenden Equipment für die medizinische Erstversorgung, Instrumenten zur Diagnostik (Blutdruck, Puls, Sauerstoffsättigung und Blutzucker), einer tragbaren Sauerstoffversorgung sowie Schienungsmaterial. Somit ist neben der fachlichen Kompetenz auch das nötige „Handwerkzeug“ vorhanden.

Seit Februar 2006 ist auch ein Defibrillator (AED) vorhanden. Dieser soll mit einem gezielten Stromstoß möglichst viele Herzmuskelzellen gleichzeitig stimulieren, um die kreisende elektrische Erregung im Herzen beim so genannten Kammerflimmern zu unterbrechen und wieder eine regelmäßige Pumpleistung zu ermöglichen.

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 Mittwoch, 19. Juni 2013